Integration ist in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz zur mächtigen Kompromissformel geworden, die Spannungen, Widersprüche und vor allem politische Gegensätze in der Asyl- und Migrationspolitik eher verdeckt als sichtbar macht. Der Sozialalmanach 2027 beleuchtet die Praxis und die Diskussionen hinter diesem deutungsmächtigen Konzept: mit einem Fokus auf konkrete Integrationsleistungen, die im Zusammenhang mit Geflüchteten anfallen und erbracht - oder eben nicht erbracht werden.
Hinter dem Kompromiss von «Fördern und Fordern» können sich viele Akteure versammeln. Er passt zur Erzählung von der Chancen- und Leistungsgesellschaft Schweiz. Was aber heisst Integration heute im Kontext von Budgetkürzungen, Abschottung, Fachkräftemangel und Rechtspopulismus? Und sind mit den Vorstellungen, die die Integrationspolitik antreiben, die richtigen Werthaltungen für Chancengleichheit und ein gelingendes Zusammenleben in der Demokratie verbunden?
Beiträge aus der Wissenschaft, zur Praxis in Bund und Kantonen und zu deren Integrationsstrategien, zu Projekten und
Angeboten durch soziale Organisationen und NGOs zeigen, wie sich die Integrationspolitik entwickelt hat, welche Ziele sie verfolgt, was ihre Rahmenbedingungen sind und wo ihre Widersprüche liegen. Anhand von Themen wie Arbeitsmarkt
und Demografie, Wohnen und Unterbringung, Existenzsicherung und Armutsbekämpfung, Gesundheit, Familiennachzug und Teilhabe macht der Band sichtbar, welche Integrationsdynamiken aktuell wirksam sind.