Heute ist in Deutschland die Bevölkerungsgruppe der Konfessionsfreien in der Mehrheit. Horst Groschopp führt zurück in die Zeit ihrer Entstehung, als sie eine kleine Minderheit darstellten. Er untersucht dazu die Zeitschrift Der Dissident, die zur Entdeckung dieser sozialen Einheit beitrug.
Das Buch schildert die Bedrückungen, unter denen Menschen, die nicht Mitglied in einer Kirche waren, leben mussten und wie sie dennoch eintraten für die Freiheit ihrer Religion, Weltanschauung und ihres Gewissens. Aus Dissidenten, abtrünnigen Häretikern des staatlich gestützten Christentums, wurden um 1900 Konfessionslose - ein Schimpfwort, das sie mit Stolz annahmen. Gegenwärtig heißen sie Konfessionsfreie, weil sie - dem Staatskirchentum entronnen - frei sind in ihrer persönlichen Überzeugung und weltanschaulichen Organisation. Das Buch betrachtet ihr kulturelles Emporkommen seit der 1848er Revolution und ihren politischen Kampf um Kirchenaustritt, gegen "Zwangsverfrommung" ihrer Kinder, für eigenen Moralunterricht, Entkirchlichung des Bestattungswesens und gottlose Eidleistung, ihre Vereine und deren Strategien, die Staat-Kirche-Beziehungen im Sinne von mehr Pluralität oder strikter Neutralität neu zu regeln.
Das Buch enthält zwei Bibliographien, eine Tabelle und ein Personenverzeichnis.