Was heißt es, wenn in Medien und Politik die Logik des Entertainment Einzug hält? Wenn unser Bild von der Welt davon bestimmt wird, welche Bilder uns die Medien zeigen? Und wenn das Zerstreuungsgeschäft an die Stelle von Erkenntnisstreben und Wahrnehmungsanstrengungen tritt? In einer Welt, die Orwells »1984« immer ähnlicher wird, ist Neil Postmans unverzichtbares Werk über die Wirkmacht der Medien wichtiger denn je.
Der wegweisende Klassiker über die zersetzenden Auswirkungen des Fernsehens auf die Politik und unseren gesellschaftlichen Diskurs wurde erstmals im Jahr 1985 veröffentlicht. Obwohl im 20. Jahrhundert erschienen, wird es mittlerweile als das Buch des 21. Jahrhunderts gefeiert. »Wir amüsieren uns zu Tode« ist ein prophetischer Blick auf das, was passiert, wenn Politik, Journalismus, Bildung und Religion zum Gegenstand von Unterhaltung werden. Gleichzeitig ist das Werk eine Blaupause dafür, wie wir die Herrschaft über die Medien und damit unsere Mündigkeit zurückgewinnen.
»Ein brillantes, wirkmächtiges und wichtiges Buch. Postman hat eine Anklageschrift verfasst, die ? unwiderlegbar ist.«
Jonathan Yardley, The Washington Post Book World
»Ich kenne kein prophetischeres, durchdachteres, notwendigeres - und ja, unterhaltsameres - Buch über Medienkultur.«
Victor Navasky, Gewinner des National Book Award
Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen
Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft.
Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur
und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten
>>Zeitalters der Erörterung<< durch das bildbestimmte >>Zeitalter des Showbusiness<<
werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem
denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und
Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von
Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die
Ratio nun durch die Emotio bestimmt. Nach Postman nehmen wir die Welt nicht
so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche
den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit
der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb
die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird.
Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik,
haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen
es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie
sieht. Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft
durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei
dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.