Lange vor Pep Guardiola und José Mourinho gab es Béla Guttmann: den ersten Superstar unter den Fußballtrainern und jenen Mann, der den Weg für die gefeierten Coaches der Neuzeit ebnete.
Noch außergewöhnlicher jedoch ist seine Lebensgeschichte: Guttmann überlebte den Holocaust. Er entging dem Tod nur knapp, indem er sich monatelang auf einem Dachboden in der Nähe von Budapest versteckte, während Tausende seiner jüdischen Nachbarn zur Ermordung verschleppt wurden. Später gelang ihm die Flucht aus einem Zwangsarbeitslager. Er gehörte zu den Wenigen, die Glück hatten; sein Vater, seine Schwester und weite Teile seiner Familie kamen durch die Hand der Nazis ums Leben.
Doch schon 1961 stemmte er als Trainer von Benfica Lissabon eine der größten Trophäen des Fußballs in die Höhe: den Europapokal der Landesmeister - ein Kunststück, das er im darauffolgenden Jahr wiederholte. Innerhalb von nur sechzehn Jahren stieg Guttmann aus den Tiefen der Hölle zum Champion von Europa auf und vollbrachte damit das wohl größte Comeback der Fußballgeschichte.
Diese bemerkenswerte Erzählung spannt den Bogen zwischen zwei Bildern des 20. Jahrhunderts. Auf dem einen ein von Barbarei und Völkermord zerfressener Kontinent. Auf dem anderen prächtige Spielstätten, in denen große Spieler nach dem Höchsten streben. In einer Zeit wachsender Spannungen stellt die Lebensgeschichte des Béla Guttmann eine entscheidende Frage: Welches Bild von Europa wird unsere Zeit bestimmen?