Die Frage von Wachstum und Wohlstandsmehrung gewinnt in der Zeit nach dem Coronavirus an Bedeutung und an neuer Aufmerksamkeit. Die wirtschaftlichen Verluste wieder aufzuholen, das Vorkrisenniveaus schnell wieder zu erreichen sowie langfristige Verbesserungen des Wohlstandes zu erzielen, wird jetzt die Herausforderung werden. Das Coronavirus hat gezeigt, wie verlässlich die Wirtschaft insgesamt ist, weltweit wie in der Bundesrepublik Deutschland. Die globalen Verflechtungen führen dazu, dass Entwicklungen auf der anderen Seite der Erde konkrete Auswirkungen auf den deutschen Heimatmarkt und die nationale Volkswirtschaft haben. Nach einer jahrzehntelangen Phase des wirtschaftlichen Aufschwunges gilt es, den Abschwung zu durchbrechen und mit neuem Wachstum zu füllen. Dabei ist mehr als bisher die Qualität des Wachstums ausschlaggebend.
In einer Welt, die an die Grenzen des Machbaren stößt, stellt dieses Buch die drängende Frage: Wie kann Wachstum gelingen, ohne Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu opfern? Es ist eine intellektuelle Erkundung - gewachsen aus Jahren des Fragens, Forschens und Zweifelns. Zugleich ist es eine Einladung, Wirtschaft und Wachstum neu zu denken: nicht als bloße Verwaltung von Ressourcen, sondern als Kunst des Ermöglichens.
Die Autoren verbinden ökonomische Analyse mit kultureller Deutung, politische Philosophie mit praktischer Wirtschaftspolitik. Sie hinterfragen den Mythos Wachstum, würdigen Wissen als kollektives Gut, erkunden Innovation als Resonanz zwischen Mensch und Technik und reflektieren die ethischen Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz.
In elf pointierten Kapiteln entsteht das Modell eines neuen zukunftsfähigen Narrativs: Verwaltung als lernende Infrastruktur, neue Maßstäbe für das Wachstum jenseits des BIP, Zusammenhalt als ökonomische Notwendigkeit und ein Gesellschaftsvertrag für das 21. Jahrhundert auf der Basis von Wissen und Teilhabe.
Dieses Buch ist ein Weckruf zur geistigen Erneuerung - für alle, die spüren, dass "weiter so" keine Option mehr ist. Und für alle, die den Mut haben, neu zu fragen und die Zukunft als gemeinsame Gestaltungsaufgabe zu begreifen.
Die Autoren
Martin Pätzold
ist Professor für Wettbewerb in der digitalen Wirtschaft an der Hochschule Mittweida und seit November 2021 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Von 2013 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.
Florian Vesta
ist Projekt Manager bei Siemens Energy in Berlin.
Volker Tolkmitt
ist Professor für Risiko- und Finanzmanagement an der Hochschule Mittweida und seit 2023 Rektor der Hochschule Mittweida. Zuvor war er von 2009 bis 2015 Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, von 2015 bis 2017 Mitglied des Hochschulrats der Hochschule Mittweida und von 2017 bis zum Amtsantritt als Rektor Prorektor Bildung der Hochschule.