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Robert Grötzsch wurde am 10. März 1882 in Naunhof, einer sächsischen Gemeinde zwischen Leipzig und Grimma, geboren. Nach einer Ausbildung zum Klempner arbeitete er zunächst in seinem erlernten Beruf, veröffentlichte aber bereits erste Texte in sozialdemokratischen Zeitungen. Ab 1905 wurde Grötzsch Redakteur bei der Sächsischen Arbeiterzeitung in Dresden. Neben politischen Texten verfasste Grötzsch auch Kinderbücher für Arbeiterkinder, Kurzgeschichten, Romane und Theaterstücke. Seine Texte und Geschichten erschienen unter anderem in Die Glocke, im Vorwärts, im Volkswillen (Organ der Deutschen Sozialistischen Arbeitspartei in Polen), im Sozialdemokrat (Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei) und im Neuen Vorwärts (Exilausgabe). Erfolg hatte er auch mit seinen Theaterstücken. Sein bekanntestes Werk, "Dyckerpotts Erben", lief auf Bühnen im ganzen Land und kam 1928 als Stummfilm in die Kinos. Zwei Jahre später feierte "Journalist über Bord", eine Komödie in vier Akten, am Staatsschauspiel Dresden Premiere. Bereits 1919 wurde Grötzsch Chefredakteur der Dresdner Volkszeitung und blieb es bis zu seiner Flucht in die Tschechoslowakei 1933. Andere Volkszeitungsmitarbeiter wurden von den Nazis ermordet oder in Konzentrationslager gebracht. Grötzsch floh schließlich aus der Tschechoslowakei nach Frankreich weiter. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs verfasste er im Exil meist unter dem Pseudonym Bruno Brandy Hunderte Essays, Glossen und Berichte. Grötzsch beschäftigten die Fehler der Demokraten im Umgang mit den Nationalsozialisten: die Verharmlosung, das Kleinreden. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich konnte er schließlich über Spanien und Portugal in die USA entkommen. Nach Deutschland kehrte er nie zurück. Er starb am 6. März 1946 in New York.
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