In den
Wolken
lässt Aristophanes zwei Welten mit komischer Wucht aufeinanderprallen: die des ungebildeten Bauern Strepsiades und die des stadtbekannten Intellektuellen Sokrates, der in höheren Sphären schwebt und abstruse 'Forschungen' betreibt. Um Schulden, die sein Sohn gemacht hat, nicht zurückzahlen zu müssen, will Strepsiades von Sokrates das 'ungerechte Argument' lernen. Der moralisch zweifelhafte Plan geht erst auf, als der Sohn anstelle des Vaters bei Sokrates in die Lehre geht, aber anders, als alle Beteiligten sich vorstellen ?
Die Uraufführung 423 v. Chr. war kein Erfolg, aber Aristophanes war von dem Stück weiterhin überzeugt und überarbeitete es. Es sind diese 'zweiten'
Wolken
, die wir haben. Die Sokrates-Figur machte sie zu einer der meistdiskutierten Komödien, aber es steckt viel mehr darin. Das Stück spielt Gegensätze und Konflikte aus, die im Athen jener Jahre erlebt und debattiert wurden: Stadt und Land, Alte und Junge, überkommene und moderne Erziehung, Alltagsverstand und wissenschaftliche Spekulation, traditioneller Götterglaube und sophistischer Relativismus, nicht zuletzt Gefahren durch und für Sprache. Dies alles erschließt die Ausgabe mit Einführung, griechischem Text, Prosaübersetzung und Kommentar.
Die neue Reihe Griechische Dramen erschließt die großen Tragödien und Komödien des klassischen Athen in neuen, textnahen Prosaübersetzungen mit eingehender sprachlicher und sachlicher Kommentierung. Ungewöhnlich ist die gewählte Form der Präsentation, die es erlaubt, Text und Erläuterungen ohne Umblättern mit einem Blick zu erfassen: Dem griechischen Text und seiner deutschen Übersetzung auf der linken Buchseite stehen auf der rechten Buchseite die Anmerkungen zu eben dieser Textpassage gegenüber. Diese Anmerkungen enthalten detaillierte Sacherklärungen, Überlegungen zu Struktur und Gedankengang, Stoffgeschichte, dramatischer Technik und szenischer Realisierung sowie Interpretationshinweise. Eine Einleitung bietet darüber hinaus die wichtigsten Angaben zu Autor, Stoff und Aufführungszeit und gibt Orientierung zu Dramaturgie und Gesamtinterpretation des Dramas. Ein unverzichtbares Hilfsmittel für Dozenten und Studierende der Klassischen Philologie ebenso wie für Vertreter der Germanistik und Neuphilologien, Komparatistik, Theaterwissenschaft und Theaterpraxis.